Der Entwickler von Pro Shot schreibt mir, dass es ihm unmöglich ist auf dem Fairphone 6 die volle Auflösung von 50 MPixel abzurufen, angeblich, weil Fairphone das blockiert. Ohne Worte.
das ist schon seit dem FP4 so, dass Dritt-Apps die Hardware nicht voll nutzen können.
Ich glaube nicht, dass das ganz das Szenario ist, weil:
a) Die WW-Kamera im FP6 ist wirklich mies. Das ist im Wesentlichen ein Rauschgenerator ![]()
b) Der Lytia-700C-Sensor, der liefert die 50 MPix, hat keine eigene Optik…, d.h. auch die normale Auflösung kommt von dem.
c) Sowohl die GCam-abgeleitete App als auch die von Open Camera abgeleitete können beide (!) auf die 50 Mpix zugreifen, haben also beide das Whitelisting.
d) Eigentlich ist Pro Shot doch keine Konkurrenz für Fairphone, weil Fairphone seine Apps gar nicht separat verkauft und Pro Shot keine Smartphones ?!
Bei Google kann ich’s noch nachvollziehen, man wollte halt das Pixel (für das ja auch GCam programmiert wurde) schützen. Aber warum um alles in der Welt macht Fairphone mit bei dem Mist?? Und /e/ macht auch mit ??? Angesichts des Audio-Desasters wäre das das zweite Desaster:
a) Man kann mit einem FP6 keine Livemusik aufnehmen. Weder den Ton allein noch Ton im Video. Keine von FP mitgelieferte SW kann das, der Anwender muss sich auf die Suche machen und Apps wie Blackmagic oder Neutron finden. Blackmagic immerhin ist kostenlos und sowieso um Längen besser als alle Apps von FP.
b) Das Whitelisting würde dafür sorgen, dass ein Anwender gar nicht in der Lage ist auf bessere Kamera-Apps (wie Pro Shot, das nicht kostenlos ist) umzusteigen, d.h. der Käufer eines 600-EUR-Smartphones ist gekettet an die wenig leistungsfähigen mitgelieferten Apps.
Wenn andere (3rd party) Apps auf dem gleichen Gerät drauf zugreifen können, dann liegts vermutlich an der App.
Soweit ich das erinner shippt Fairphone keine Allowlist für irgendwelche spezifischen Kamera-Apps, würde mich stark wundern, das sollte eine generische API sein.
Hab mich aber auch seit mehreren Jahren nicht mehr mit dem Thema beschäftigt, who knows ![]()
Nein, es liegt ganz klar an Fairphone! Wenn Fairphone dem Entwickler von Pro Shot das erforderliche Whitelisting verweigert, dann sieht Pro Shot nicht die höchsten Auflösungen derselben Hardware. Ausgedacht hat sich den Mist Google, aber Fairphone macht mit. Wenn die Apps von Faiphone die besten wären, hätte niemand damit ein Problem. Aber das sind sie nicht, bei weitem. Ich halte das für unlauteren Wettbewerb, und damit für rechtswidrig.
Da dies nun gänzlich off-topic wurde hier ein neues Topic. Ansonsten glaube ich weniger Dramatik ist der Diskussion zuträglich.
Von welcher von GCam abgeleiteten App spricht Du, der Fairphone Stock App? Naja das erklärt sich wohl von selbst.
Und das die Murena App aufgrund der Partnerschaft ggfls auch bevorzugt behandelt wird, ist für mich auch erklärbar.
Für alle anderen das Sound Thema bitte in den Topics je nach Gerät diskutieren und bitte keine vermischten Grundsatzdebatten in der Help Kategorie
https://forum.fairphone.com/t/sound-ubersteuerung-bei-videoaufnahmen-auf-konzerten/125246/17
Na ja, für die “Dramatik”, falls es sie überhaupt gibt, sorgt Fairphone. Denn das Ausschließen anderer App-Anbieter vom Zugang zu allen Features der Hardware war zwar keine Erfindung von Fairphone, aber Fairphone macht mit bei diesem Spiel von Google. Das vielleicht(!) in den USA erlaubt sein mag (selbst das ist, auch unter Donald Trump, nicht gesichert), aber in Europa ziemlich eindeutig nicht.
Die Hardware kann Dinge tun (50 MPixel Auflösung der Hauptkamera, aber auch bei der Selfiekamera gibt’s das selbe Problem), die für alle anderen als die hauseigenen Apps gar nicht erst zu sehen sind. Das bedeutet: Es ist garantiert, und zwar durch technische Manipulation, dass alle nicht-eigenen Apps schlechtere Fotos machen müssen, weil sie nichts anderes erreichen können. Das nennt man ganz nüchtern unlauteren Wettbewerb. Mit europäischem Recht ist das nicht vereinbar, IMHO. IANAL. Ich wiederhole: Wenn die hauseigenen Apps die besten (oder nahe dran) wären, würde es niemanden stören. Aber die bleiben weit hinter dem Optimum zurück.
Für ein europäisches (!) Unternehmen, das sich Fairness auf die Fahne geschrieben hat ist das nicht gerade rühmlich, finde ich. Auf jeden Fall ist es nicht “fair” gegenüber den eigenen Kunden.
Ich mache mal einen Autovergleich. Ob er passend ist, mag jeder selbst beurteilen. Man stelle sich vor, ein europäischer Autohersteller würde in Europa Autos verkaufen, die nur mit den mitgelieferten Reifen die Maximalgeschwindigkeit erreichen (was z.B. über die heute obligatorischen funkenden Reifendrucksensoren durchaus technisch machbar wäre), aber mit allen anderen zugelassenen (!) Reifen einfach nur Tempo 70 fahren könnten, weil dann der Bordcomputer abregelt.
Es sollte einleuchten, dass es nicht lange dauern würde bis
a) die Sache in der Presse verrissen wird, was zum Einbruch der Verkaufszahlen führen würde und
b) die Sache vor Gericht landet, und der Autohersteller würde ziemlich sicher verlieren und müsste auch noch eine fette Strafe an die EU-Kommission abdrücken.
c) jener Hersteller würde auch noch einen Shitstorm in den sozialen Medien abbekommen, wenn er sich, sagen wir, “Faircar” nennen würde.